Was bisher geschah ...

 

04.11.2014

Die GESOBAU läd zu einer ersten Mieterversammlung in die Grundschule am Stiftsweg und stellt Ihr Modernisierungsvorhaben zusammen mit dem beauftragten Bau-Ing.-Büro IBT PAN für 2016 vor.

 

Ab 04.12.2014

In den 3 Aufgängen des Hauses finden Begehungstermine durch die Bauplaner statt. Mitarbeiter führen eine Bestandsaufnahme (Fotos) und Aufmaß in den Wohnungen durch.

 

31.03.2015

Die GESOBAU lädt die Mieter aufgangsweise zu Gesprächen in die freie EG-Wohnung der Damerowstr. 54 und stellt die veränderten Badgrundrisse vor. Das stößt bei Mietern schon auf Kritik, da es die Zerstörung von bereits vorhandenen modernen Bädern zur Folge hat und der beim Begehungstermin aufgenommene z. T. moderne Sanitärbestand keine Berücksichtigung findet.

 

28.10.2015

Die GESOBAU lädt zur zweiten Mieterversammlung in ihre eigenen Räume und stellt den Mietern die konkreten Modernisierungsabsichten vor. Da hier schon deutlich wird, das es zwischen den Mietern auf jeden Fall Gesprächsbedarf geben wird, werden erste Mail-Adressen ausgetauscht, um untereinander Kontakt aufzunehmen.

 

18.11.2015

Zustellung Modernisierungs-Ankündigung per Post „Wir machen's Ihnen schön“. Die wichtigsten Punkte darin sind:

  • Anschluß an die Fernwärme, dafür Abriss der kompletten intakten Gasetagenheizungen
  • Demontage der Gasherde und Installation von Ceranherden, dazu Verstärkung der Elektrosteigleitungen
  • vollständige Badsanierungen mit Änderung der Positionen der Stränge, ohne Rücksichtnahme auf den teilweise modernen Bestand
  • Dämmung der Hoffassade trotz ca. 50 cm Ziegelmauerwerk
  • Dämmung des Daches
  • Austausch der Holzkastenfenster hofseitig gegen Kunststofffenster
  • Aufarbeitung der Holzkastenfenster straßenseitig
  • Installation von zwei nicht barrierefreien Aufzugsanlagen, vor allem zur Erschließung eines neuen 4. OG im Dach (in der BaO Bln sind in unserem Fall Aufzüge nicht vorgeschrieben)
  • Die angekündigten Mietsteigerungen liegen zwischen 30% - 50%

 

10.02.2016

Nachdem sich alle Mieter nach Erhalt zunächst selbst mit der 30-seitigen MOD-Ankündigung beschäftigt haben, stellen sich schon jede Menge Fragen, die bei einem ersten hausinternen Mieter-Treffen besprochen werden. Im Laufe der Zeit wird deutlich, daß die einzelnen MOD-Ankündigungen alle stereotyp verfasst wurden, ohne wirklichen Bezug zu den tatsächlichen Gegebenheiten der einzelnen Wohnungen.

 

24.02.2016

Eine Garten-Firma erscheint auf dem Hof und rodet alle Rankpfanzen an der Fassade, sowie Büsche und Bäume und entfernt unsere von Knöterich komplett eingewachsene, sichtgeschützte Müllstandsfläche.

 

Ende Februar

Gut 3 Monate nach Zustellung der MOD-Ankündigung bekommt die erste Familie die Klageandrohung, wenn sie nicht innerhalb einer Woche der Modernisierung zustimmt.

 

Ende März

Obwohl noch eine ganze Reihe von Mietparteien der Modernisierung nicht zugestimmt haben, wird der ersten Familie die Duldungsklage zugestellt.

 

11.04.2016 - Die Modernisierung beginnt

Im Keller laufen vorbereitende Maßnahmen für die Baustromversorgung.

 

18.04.2016

Erste Mieter ziehen geplant in Umsetzwohnungen. Sofort wird in den Leerwohnungen mit Demontage und Abrißarbeiten begonnen. Bei einem Mieter wurden durch Demontage des unter seiner Wohnung

liegenden Stranges Tatsachen geschaffen, die ihn zum sofortigen Auszug in eine möblierte Umsetzwohnung zwangen. Seine Möbel musste er daher z. T. zurücklassen. Bereits in der ersten Woche kommt es zur Unterbrechung der Gasversorgung für Heizung, WW und Kochen für 3,5 Tage.

 

Ab jetzt ...

  • immer wieder sporadische Abriß- und Bautätigkeit in Leerwohnungen und Keller
  • Die von der Bauleitung zugesicherten Tagesendrundgänge finden nicht statt – häufig stehen Haus- und vor allem Wohnungstüren offen.
  • zunehmende Vermüllung des Hofes mit Bauabfällen
  • Einstellung der wöchentlichen Hausreinigung
  • zunehmende Verschmutzung des Treppenhauses

 

21.-26.07.2016

Ohne Ankündigung erfolgt in diesem Zeitraum die hofseitige Gerüststellung.

 

… und weiterhin

  • nur sporadische Abriß- und Bautätigkeit in Leerwohnungen; Obwohl in 2 komletten Strängen Baufreiheit herrscht, ist kein „fertig werden“ zu erkennen.
  • Im Keller erfolgt die Verlegung von Heizungsrohren für die Fernwärme – die Durchgangshöhen verringern sich auf 1,14 m und z. T. lassen sich dadurch Kellertüren nicht mehr öffnen.

 

Ende Juli/ Anfang August

Weitere 4 Familien, die bis dahin versucht hatten sich über strittige Punkte der Modernisierung in Gesprächen mit der GESOBAU zu einigen, erhalten in kurzen Abständen die Duldungsklagen.

 

… und weiterhin

  • nur sehr sporadische Bautätigkeit in Leerwohnungen; Von Umsetzmietern zurück gelassene Einbauten und Möbel (auch Türschlösser wurden ohne Rücksprache entfernt) sind nicht mehr abgedeckt und ungeschützt.
  • Durch die zunehmende allgemeine Verschmutzung und Vermüllung des Hofes kommt es zu einer sichtbaren Rattenplage.

 

24.08.2016

Die Gerüststellung an der straßenseitigen Fassade des Hauses beginnt im Bereich Mendelstraße.

 

09./13.09.2016

Es erfolgen Stemmarbeiten an der Hoffassade, Fensterbänke und Putz an den Fensterlaibungenh werden entfernt.

 

13.09.2016

In den Leerwohnungen beginnt der hofseitige Tausch der Fenster in Kunststofffenster.

 

21.09.2016

Es wird mit der Verklebung der Dämmung an der Hoffassade begonnen.

 

23.09.2016

Die straßenseitige Gerüststellung endet an der Damerowstraße.

 

10.10.2016

Unser Hof ist mit Dämmung verklebt.

 

… und weiterhin

  • nur sporadische Bautätigkeit in Leerwohnungen
  • Alle bereits genannten Probleme bleiben bestehen – Müll, Dreck, Ratten, offene Türen, immer noch unbewohnbare Leerwohnungen, keine Kontrolle der gemachten Arbeit ...

24./25.10.2016

Die inzwischen durch mehrfachen Regen völlig durchnässten Dämmplatten werden mit der Hofwand verdübelt.

 

Die verbliebene Mietergemeinschaft Eckhaus Damerowstr. 54/ Mendelstr. 2 tritt dem Pankower Mieterprotest (PMP) bei.

 

31.10. - 04.11.2016

Hofseitig finden Verputzarbeiten an den Fensterlaibungen statt.

 

Kaum zu glauben – aber unser Treppenhaus wird nach Monaten ohne Reinigung endlich einmal GEFEGT!

 

08.11.2016

Mieter müssen feststellen, daß die Dachbodentüren auch nach Feierabend nicht verschlossen sind und dort ganz augenscheinlich vom Baupersonal auch geraucht wird. Der GESOBAU wird dies noch am selben Tag schriftlich mitgeteilt!

 

Es bedarf aber noch 3 weiterer Briefe von Mietern an die GESOBAU und nahezu tägliche Anrufe bei der Hotline, bis nach 2 Wochen endlich die Dachbodentüren abends konsequent verschlossen werden.

 

Zur Erinnerung: 1999 gab es in diesem Haus einen verheerenden Dachstuhlbrand. Viele Bestandsmieter haben diesen miterlebt und reagieren auf derartige Nachlässigkeit, wie hier mit der Sicherheit von Menschen und Gebäude gespielt wird, sehr empfindlich.

 

Wieder stellen wir fest, daß die von der Bauleitung zugesicherten Tagesendrundgänge oder Kontrollen nicht stattfinden.

 

15./16.11.2016

Das Verputzen der Hoffassade beginnt.

 

Parallel finden tatsächlich fast täglich Bohr- und Stemmarbeiten in einzelnen Leerwohnungen statt. Der entsprechende Bauschutt und Abfälle verbleiben mehr als 2 Wochen auf den Treppenpodesten.

 

21./22.11.2016

In der Mendelstr. 2 werden die Schornsteine ausgebrannt.

 

Immer wieder kommt es zu baubedingten Wassersperrungen.

 

28.11.2016

Das Entfernen der alten Abwasserleitung führt zu einer Havarie (Wasseraustritt) im Keller.

 

03. - 06.12.2016

Hofseitig erfolgt die Anbringung neuer Fensterbleche.

 

07.12.2016

Ausfall von Strom und Gas – verursacht durch die Großbaustelle Mendelstraße.

 

In den Leerwohnungen kommt es tatsächlich zu erhöhter Aktivität und es wird nahezu täglich gearbeitet. Man könnte meinen, die Mieter, die seit Mitte April bereits 7 Monate in Umsetzwohnungen ausharren, könnten noch vor Weihnachten wieder in Ihre „modernisierten“ Wohnungen zurückziehen. Aber wir werden noch eines Besseren belehrt!

 

22.12.2016

Nachdem die GESOBAU Anfang Mai in 2 von 3 Aufgängen die Treppenhausreinigung einstellte, fand nun vor Weihnachten auf Drängen der Mieter ENDLICH eine 2. Zwischenreinigung statt, bei der auch einmal gewischt wurde. Eine 1. Zwischenreinigung fand 4 Monate zuvor Ende August statt.

 

Zur Erinnerung: Auf der Mieterversammlung am 28.11.2015 wurde uns bezüglich der Hausreinigung tägliches Fegen und eine wöchentliche Nassreinigung während der Baumaßnahmen zugesichert.

Die Realität sieht anders aus!

 

Bis zum Jahresende 2016 gab es bei 4 der 5 auf Duldung verklagten Mietparteien die Verhandlungen beim Amtsgericht Pankow/ Weißensee.

Bei 2 Mietparteien wurden die Klagen abgewiesen.

Bei 2 Mietparteien ruhen die Verfahren, wegen verschiedener Vergleichsangebote.

Die 5. Mietpartei konnte sich noch vor dem Gerichtstermin außergerichtlich einigen und zog Ende Oktober in eine Umsetzwohnung.

 

Weihnachten 2016 bis Anfang Februar 2017

Still ruht der Bau...

  • wieder nur sehr sporadische Bautätigkeit in Leerwohnungen

 

13.02.2017

Hofseitig werden unter der Dachrinne Nistkästen und in den Fassadengiebeln Fledermauskästen angebracht.

 

15. - 23.02.2017

Die neuen Fensterbleche werden mit Platten abgedeckt und die Verputzarbeiten an der Hoffassade werden nach 3 Monaten Stillstand wieder aufgenommen.

 

22.02.2017

Eine Journalistin vom „Mietermagazin“ (Zeitschrift des Berliner Mieterverein) ist über den PMP auf die Modernisierung unseres Hauses, sowie die damit verbundenen Probleme, aufmerksam geworden und möchte darüber berichten.

 

Es kommt zu einem Treffen mit ihr in unserem Haus. Der Artikel erscheint in Ausgabe 04/2017.

 

http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0417/gesobau-modernisierung-damerowstrasse-54-mendelstrasse-2-041713a.htm

 

23.02.2017

1 Jahr Modernisierung ist fast um und trotzdem bekommt noch eine weitere inzwischen 6. Mietpartei die Duldungsklage.

 

und weiterhin

  • nur sporadische Bautätigkeit in Leerwohnungen

 

20.03.2017

Eins der ruhenden Klageverfahren wurde nach 6 Monaten auf Antrag der GESOBAU wieder aufgenommen. Die Klage wird vom Amtsgericht abgewiesen.

 

21.03. 2017

Anbau eines Gerüstfahrstuhls in der Mendelstraße (offensichtlich für den Dachausbau).

 

24.03.2017

Nach 3 Monaten wird mal wieder unser Treppenhaus GEFEGT. Das ist nicht selbstverständlich und daher auch einen Eintrag ins Tagebuch wert.

 

27. - 31.03.2017

Vor das straßenseitige Gerüst wird ein Netz gehangen, die Fenster mit Folie zugeklebt und der sehr wenige lose Putz abgeklopft.

 

Zur Erinnerung: Unser straßenseitiges Gerüst steht seit 23.09.2016 - also seit 6 Monaten - und bislang wurde noch nichts an der Fassade gemacht. Aber jetzt soll es wohl tatsächlich losgehen!

 

Samstag, der 01.04.2017 - Das ist kein April-Scherz!

Seit früh um 7 Uhr bis 14 Uhr wird in einer Hau-Ruck-Aktion, wie wir sie bisher noch nicht gesehen haben, durch jede Menge Bauarbeiter unsere Hoffassade einmal komplett verputzt.

Der zurückgelassene Baumüll behindert für die nächsten 2 Monate einen der Kellerzugänge.

 

03.04.2017 - 1 Jahr Modernisierung ist um!

Lärm im Dachboden zeugt vom Beginn des Dachgeschoss-Ausbaus. Ein Aushang kündigt diesen dann auch offiziell an. Es sollte bis heute der einzige Tag bleiben, an dem Aktivitäten diesbezüglich zu bemerken waren.

 

Zur Erinnerung: Die Modernisierung unseres Hauses einschließlich Ausbau des Dachgeschosses sollte laut MOD-Ankündigung eigentlich am 24.03.2017 abgeschlossen sein.

 

Trotz völliger Baufreiheit am gesamten Strang kann der erste Mieter erst nach 1 Jahr in seine 2-Zimmer-Wohnung in die Mendelstraße 2 zurück ziehen. In den MOD-Ankündigungen war von max. 25 Arbeitstagen je Wohnung die Rede, bei einer Gesamtbauzeit von 4 Monaten für alle Wohnungen des Hauses.

 

04.04.2017

Anfrage ans Bezirksamt Pankow, Bau- und Wohnungsaufsicht, wann die Baugenehmigungen erteilt und ob unsere Keller tatsächlich durch die Bauaufsicht gesperrt wurden?

 

16.04.2017

Beginn von Abrissarbeiten in einem Gewerberaum (ehemaligen Elektroladen), der offensichtlich als Kelleralternative für die Mieter herhalten soll. Geplant sind 13 kleine Verschläge für 22 (?)WE und mind. 1 Geschäft.

 

und weiterhin bis Anfang Mai

  • an 3 Tagen werden straßenseitig noch kleinere Putzschäden ausgebessert, ansonsten kaum nennenswerte Bautätigkeit

 

28.04.2017

Antwort der Bauaufsicht auf die Anfrage vom 04.04.2017:

Die Baugenehmigungen u.a. für den DG-Ausbau wurden am 03.03.2017 erteilt.

 

Wie ist es möglich, laut MOD-Ankündigung aus dem Jahr 2015 für die „Maßnahmen im Dach“ den Zeitraum vom 02.05.2016 -24.03.2017 zu veranschlagen, wenn die Baugenehmigung dafür erst 1,5 Jahre später erteilt wird???

Durch die Bauaufsicht wurden auch keine Keller gesperrt.

 

04. - 11.05.2017

Ohne Ankündigung und ohne Sicherheitsmaßnahmen gegen die Feinstaubbelastung finden Bohr- und Stemmarbeiten für die neue Elektro-Anlage im Treppenhaus Damerowstr.54/ Aufg.1statt.

VIEL LÄRM, VIEL STAUB - bis in die Wohnungen.

 

09.05.2017

Der Bauschutt und Müll von Wochen wird hof- und straßenseitig endlich beseitigt.

 

24.05.2017

Der Gerüstfahrstuhl wird umgesetzt – am Dachausbau ist aber bisher noch nichts geschehen.

 

30.05.2017

Ein zweiter Mieter zieht aus einer Umsetzwohnung in seine „modernisierte“ 2-Zimmer-Wohnung in der Damerowstrasse 54/1 zurück.

Trotz völliger Baufreiheit am gesamten Strang dauerten hier die Arbeiten 14 Monate. Auch hier waren laut MOD-Ankündigung max. 25 Arbeitstage für die Bauarbeiten vorgesehen.

Ein Loch im Flur-Fußboden mit Durchblick in die darunterliegende Etage oder ein - durch chaotisch frei hängende Elektroinstallation - unbenutzbarer Hängeboden ist bei der „Bauabnahme“ wohl nicht aufgefallen. Die „Qualität“ der Bauausführung lässt andere Mieter das Schlimmste befürchten.

 

14.06.2017

Abriss der Gartenlaube und des Klettergerüstes im Hof.

 

15.06.2017

Die Bohr- und Stemmarbeiten für die neue Elektro-Anlage werden im Treppenhaus Aufg. 2 der Damerowstr. 54 fortgesetzt.

 

16.06.2017

Die ersten durch die GESOBAU angestrengten Berufungsverfahren vor dem Landgericht finden im Juni statt.

 

Zwischenstand:

von den 17 Wohnungen unseres Hauses, stehen seit Ankündigung der Modernisierung 5 Wohnungen durch finalen Auszug leer.

6 Parteien haben sich mit der GESOBAU per Modernisierungsvereinbarung geeinigt bzw. nehmen Härtefallregelungen in Anspruch und sind „vorübergehend“ in Umsetzwohnungen gezogen. 5 dieser Mieter konnten nach über einem Jahr in ihre Wohnung zurückkehren.

6 Parteien wohnen noch in der eigenen Wohnung, dulden die Modernisierung bisher nicht und befinden sich im Klageverfahren.